Sonne, guter Boden, Wasser und eine gute Portion Können brauchen Obstbauern und -bäuerinnen, um Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen oder Beeren zu produzieren, die von höchster Qualität sind und den KonsumentInnen auch schmecken. Obstbauern und -bäuerinnen planen, pflanzen und bewirtschaften grosse Obstanlagen. Hauptsächlich wird Kernobst, das heisst, Äpfel und Birnen verschiedenster Sorten, produziert. Je nach Betrieb und Region kommen Kirschen, Zwetschgen, Pfirsiche und Aprikosen sowie Himbeeren, Erdbeeren oder Brombeeren dazu. Bienenhaltung, eine Baumschule, Lagerung, Verarbeitung und Vermarktung können einen Obstbetrieb ergänzen.
Der Obstbauer oder die Obstbäuerin orientiert das Angebot an den Erfordernissen des Marktes, das heisst, Sorten, Qualität und Menge müssen den Anforderungen des Handels und der KonsumentInnen angepasst werden. Die Produktion von Früchten beginnt mit der Standort- und Sortenwahl, welche die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg für die nächsten rund 15 Jahre (Äpfel) bilden. Nach dem Erstellen einer Obstanlage müssen die Bäume sachgerecht erzogen, gepflegt und geschnitten werden. Nur fachlich gut ausgebildete ProduzentInnen können die von Handel und VerbraucherInnen geforderte Qualität erzeugen.
Pflanzenschutz beginnt mit der Wahl von Produktionstechniken, die das Aufkommen von Schädlingen und Krankheiten reduzieren, und mit der Förderung von Nützlingen. Anhand von Prognosen und Schadenschwellen kann schliesslich über das direkte Eingreifen mit Pflanzenschutzmitteln oder alternativen Verfahren entschieden werden. Eine geschulte Beobachtungsgabe und Aufmerksamkeit für die Vorgänge in der Natur sind deshalb unerlässlich. Notwendig ist aber auch ein Interesse am Umgang mit Maschinen und technischen Geräten, denn für viele Verrichtungen stehen heute Maschinen und Geräte als Hilfsmittel zur Verfügung, die ein rationelleres Arbeiten ermöglichen. Obgleich diese technischen Einrichtungen die körperliche Arbeit erleichtern, ist der direkte Umgang (Ernte, Sortierung) mit Tafelobst immer noch Handarbeit, die vorwiegend im Freien und bei jedem Wetter verrichtet werden muss.
Abgeschlossene Volksschule, Traktorenprüfung (mit Vorteil vor Lehrbeginn ablegen, Auskunft geben die kantonalen Strassenverkehrsämter). Freude an der Natur und an der Arbeit im Freien; Fähigkeit zur Erfassung von Naturabläufen; technisches Verständnis für Maschinen und Geräte; Verantwortungsbewusstsein; gutes Beurteilungsvermögen (Unfallrisiko).
Die praktische Ausbildung dauert drei Jahre auf einem anerkannten Lehrbetrieb. Nach dem ersten oder zweiten Lehrjahr muss der Lehrbetrieb gewechselt werden. Für AbsolventInnen einer Lehre besteht die Möglichkeit einer verkürzten zweijährigen Aufbaulehre (Zweitausbildung). Grundlage der Ausbildung ist das "Reglement über die Berufslehre und die Lehrabschlussprüfung für Obstbauern/Obstbäuerinnen" vom 1. August 1995 des Schweizerischen Landwirtschaftlichen Vereins. Die Lehre wird mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als "Obstbauer" oder "Obstbäuerin" abgeschlossen. Zusätzlich erlangen die AbsolventInnen die Fachbewilligung zum Verwenden von Pflanzenschutzmitteln gemäss Stoffverordnung, Art. 45.
Kommission für Berufsbildung im Obstbau SOV
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